New Talents


Kollektiv ZOO

Das Kollektiv ZOO ist aus dem Master-Studiengang Szenische Forschung der Ruhr Universität Bochum hervorgegangen und realisiert seit 2015 Arbeiten an der Schnittstelle von Choreografie, Performance und Installation. Anja Plonka, Constantin Leonhard und Jens Eike Krüger, komponieren ihre heterogenen und ästhetischen Praxen zu abendfüllenden Happenings und Events.Seit 2015 beschäftigt sich Kollektiv ZOO mit der performativen Verhandlung von Körpern des Alltags mit Möbeln.

Dabei arbeiten wir mit Mitteln des Dokumentarischen, der Installation und der Choreografie. Wir experimentieren mit konträren Ästhetiken und Konventionen, suchen innerhalb unserer Arbeiten den radikalen, poetischen und leisen Widerspruch, um das Verhältnis von politischen Körpern, Orten und Narrativen neu zu verhandeln und zur Gestaltung neuer Räume zu nutzen. Es ist uns ein Anliegen Erlebnisse zu schaffen in denen jeder anwesende Körper zum Teil eines einzigartigen Happenings wird. Diskurs stösst dabei mit der Ästhetik des Alltäglichen, Beiläufigen oder Brachialen zusammen.

Internetseite:
www.kollektiv-zoo.de


SANFTE ARBEIT

Im Ensemble SANFTE ARBEIT (ehemals Artmann&Duvoisin) arbeiten wir ausgehend von Tanz an interdisziplinären Formaten, die neben Choreografien auch Hörspiel und Buchpublikation einschließen und sich in letzter Zeit in Richtung zeitgenössisches Musical entwickeln. In Bewegung, Text und Stimme schauen wir auf Themen, gegenüber denen wir uns zunächst ohnmächtig fühlen - wie die Kleinfamilie, Wohnen, unsere Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft, die Menschen ihr Recht auf Asyl verweigert, unsere eigene tanzpraktische Verkörperung neoliberaler Werte - und entwerfen Übungen für andere Verhältnisse. Wir verstehen unsere Praxis als dokumentarisch in einer Zusammenschau von Alltagserfahrung und (medial) bezeugtem Zeitgeschehen. In den Übergängen zwischen Sprache, Sound und Bewegung beschäftigt uns die Zugänglichkeit unserer Arbeit von unterschiedlichen Sinnen und Wahrnehmungsebenen aus.

Seit 2022 setzen wir uns in verschiedenen Formaten (neben Bühnenstücken einem Hörspiel, Kurzfilm und einer digitalen Plattform zum kollaborativen Schreiben) mit (Gefühls-, Sorge- und Beziehungs-) Arbeit im Kulturkapitalismus auseinander: Nach dem Bühnenstück A voice of A generation (2022), das sich mit der Verkörperung neoliberaler Konzepte in unserer tänzerischen Praxis auseinandersetzte und Service und Gefühl  (2023), das die Dienstleistungsförmigkeit von Gefühlsarbeit in performativer und versorgender Arbeit fokussierte, beleuchtet Langes Wochenende (Herbst 2024) Überlagerungen von Arbeits- und Liebesbeziehungen und -begriffen und deren utopistisches sowie ausbeuterisches Potenzial.

Neben unserer Produktionsarbeit leiten wir das Labor Arbeit und Liebe, in dem sich im zweiwöchigen Rhythmus Künstler*innen und Menschen in Care-Berufen in einer gemeinsamen Schreib- und Bewegungspraxis begegnen. Im Ensemble SANFTE ARBEIT arbeiten die Tänzer*innen Elsa Artmann, Diana Treder und Anne-Lene Nöldner mit der Musikerin Annie Bloch und der Videokünstlerin Ale Bachlechner zusammen. Sie werden von Samuel Duvoisin und Lili M. Rampre konzeptionell und von Valerie Wehrens dramaturgisch begleitet.


Özlem Alkis

Özlem Alkis arbeitet als Choreografin und Performerin an transdisziplinären Formaten und präsentiert ihre Arbeiten in Form von Bühnenstücken, Video - Präsentationen und Installationen. Sie wurde in Istanbul geboren und lebt derzeit in Köln. 2003 hat sie im Rahmen des ex.e.r.ce-Programms des Centre Chorégraphique National de Montpellier studiert, und nahm darauf am choreografischen Forschungsprojekt essais des Centre National de Danse Contemporaine-Angers teil. Sie ist eine der GründerInnen des Amber Art and Technology Festival in Istanbul und war hier auch Co-Direktorin bis 2012. In 2012 hat sie außerdem die Istanbuler Version des Special Issue European Project geleitet, welches die Entwicklung diskursiver Verfahrensweisen in den darstellenden Künsten fördert. An der Hochschule für Musik und Tanz Köln belegt sie ab 2012 den Masterstudiengang Tanzvermittlung im zeitgenössischen Kontext. 2015 hat sie ein Stipendium der Berliner Akademie der Künste erhalten und ist seitdem Teil des Künstlerkollektivs "ehrenfeldstudios" in Köln.

Internetseite:
www.ozlemalkis.com


Julio César Iglesias Ungo

Der gebürtige Kubaner ist Choreograf, Regisseur und Tänzer. Er studierte an der nationalen Tanzakademie Kuba, der Escuela Nacional de Artes La Habana, zeitgenössischen Tanz und war Mitglied der nationalen Tanzkompanie. Als Tänzer arbeitete er in zahlreichen internationalen Kompanien in Europa, Kuba und Lateinamerika, u. a. mit Samir Akika/Unusual Symptoms, La Intrusa/Damián Muñoz Danza und zuletzt bei „Ultima Vez“ des bekannten belgischen Choreografen Wim Vandekeybus. Als Choreograf hat er u.a. für das Renegade Theater und das Schauspielhaus Bochum Stücke entworfen und erhielt u.a. den Zuschlag für eine Auftragsarbeit für das Nederlands Dans Theater. Sein dynamischer Stil als Tänzer findet sich auch in seinen choreografischen Arbeiten wieder, die sich durch eine hohe Physis und eine experimentelle Tanztheater-Ästhetik auszeichnet.