Premiere: Alexandra Waierstall // VENUS un/seen // 1.10.2020 // tanzhaus nrw

Premiere: Alexandra Waierstall // VENUS un/seen // 1.10.2020 // tanzhaus nrw


Ein Körper versucht eine Existenz in einer neuen Umgebung aufzubauen, sich daran anzupassen und neu zu definieren. Dabei bringt dieser Körper noch vieles aus der vorherigen Reise mit – Erinnerungen, Bilder, Eindrücke, Beziehungen. Der Tanzkörper scheint während der COVID-19 Pandemie in eine neue Realität geworfen worden zu sein, so beobachtet die Düsseldorfer Choreografin Alexandra Waierstall. Mit ihrem neuen Solo „VENUS un/seen“ für die Tänzerin Karolina Szymura versucht sie – begleitet durch die musikalische Komposition des renommierten Düsseldorfer Komponisten und Pianisten Volker Bertelmann alias HAUSCHKA – spezifische Faktoren einer neuen Welt, wie Räumlichkeit, Zeitlichkeit und Beziehung, zu erforschen. Diese Analyse findet durch die Linse der Erinnerung, der Abwesenheit, die Linse des Unverhohlenen und des Unentschlossenen statt. Um eine Sprache für diesen Transformationsprozess zu finden, entscheidet sich Alexandra Waierstall dafür, auf die Wahrnehmungsfähigkeit des Körpers, statt auf die Gewissheit der Augen zu vertrauen. Der Tanzkörper sammelt, erinnert sich, fügt zusammen und imaginiert – dabei wird seine zerbrochene Existenz und Verletzlichkeit nicht verborgen oder ignoriert, sondern das fragmentierte Selbst geehrt und gefeiert, indem es tatsächlich zum neuen Terrain, zur neuen Realität wird.

Eine Produktion von Noema Dance Works e.V., koproduziert durch das tanzhaus nrw und gefördert durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, das Kulturamt der Landeshauptstadt Düsseldorf und die Kunststiftung NRW.