Premiere: Ben J. Riepe für Ballett am Rhein // b.35 – ENVIRONMENT // 27.04.2018 // Opernhaus Düsseldorf

Premiere: Ben J. Riepe für Ballett am Rhein // b.35 – ENVIRONMENT // 27.04.2018 // Opernhaus Düsseldorf


Tänzer verschmelzen mit ihrer Umgebung oder heben sich plötzlich fremd in ihr ab. Sie werden zu Protagonisten in bekannten Bildern oder lassen ihre Individualität in ihren Kostümen verschwinden. Um eine riesige Tafel versammeln sie sich zu einem ganz und gar nicht alltäglichen Mahl. Immer wieder sacken ihre durchtrainierten Körper in sich zusammen, als hätten sie alle Beherrschung, ihre Muskeln alle Kraft verloren, während einer von ihnen seine Kreise über die Bühne zieht und uns mit einem schier unendlichen „Strom“ an Gedanken an einer Art Livestream aus seinem Bewusstsein teilhaben lässt. In wechselnden Umgebungen verkleinert sich die Bühne immer mehr. Auf immer enger werdendem Raum kommt es zu einer immer stärkeren Verdichtung. Vertraute Bilder, Szenerien, Verhaltensmuster und Bewegungen eröffnen durch ihre Versetzung in ein ungewohntes Umfeld neue Assoziationen, unsere Wahrnehmung beginnt sich zu verschieben.

Mit der Einladung an Ben J. Riepe, mit „Environment“ ein eigenes Stück für das Ballett am Rhein zu kreieren, kam es zu einer außergewöhnlichen Zusammenarbeit zwischen einer der größten deutschen Ballettcompagnien und dem in Düsseldorf lebenden Künstler. Entstanden ist eine Erforschung des Spannungsfeldes, in dem sich die Tänzer in den von Ben J. Riepe kreierten Umgebungen befinden, sei es als Menschen, als Körper, als lebende Skulpturen oder als Objekte. In seiner ganz eigenen Bewegungssprache zwischen Tanz, Performance, Theater und Bildender Kunst erschafft er – Mittel wie Hommage, Piraterie, Parodie oder Mimikry nutzend – eine Welt aus vielschichtigen Bewegungsbildern, hinter deren unmittelbarer emotionaler Wirkung sich ein intensiver Prozess über Fragen der Wahrnehmung, aber auch der Kreativität und Schönheit entspinnt. Auf der Suche nach dem Eigentlichen ein Sprung ins Unbekannte.